Buenos Aires

In Buenos Aires angekommen, habe ich das gemacht, was in fremden Städten einfach am meisten Spaß macht. Stadtplan und Reiseführer einpacken und einfach los latschen. So lernt man die Stadt am besten kennen und sieht auch mal Dinge, die der Reiseführer nicht beschreibt. Gelegentliches Verlaufen ist fest mit eingeplant. Die Innenstadt von Buenos Aires erinnert stark an eine südeuropäische Großstadt. Es gibt viele beeindruckende Gebäude aus den letzten beiden Jahrhunderten, die zeigen, dass die Stadt damals recht wohlhabend gewesen sein muss. Es gibt ein gutes U-Bahn System und es fahren tausende von Bussen, die allerdings fast alle locker 20 oder 30 Jahre alt sind und entsprechend dreckige Abgase verursachen. Die direkte Innenstadt ist dazu auch relativ sauber und gut in Schuss. Das heißt Straßen, Gehwege und Häuser sind in einem guten Zustand. Dazu ist es sehr sicher, überall steht Polizei rum. Taschendiebstahl scheint das größte Problem zu sein, wobei man sich dagegen ja gut schützen kann.

Anders sieht es aus, wenn man die direkte Innenstadt verlässt. Die Zustände der Häuser, Straßen und Wege werden sofort deutlich schlechter und vor allem liegt ständig Müll rum. Hier sieht man dann sofort, dass Buenos Aires doch keine europäische Großstadt ist, sondern deutlich ärmer und für vieles einfach kein Geld da ist.

Am wenigsten Geld ist anscheinend für Geld da. Bargeld ist in Argentinien ein leidiges Thema. Bei meiner Ankunft in El Calafate war es schon schwierig, Bargeld zu beschaffen. Es war Sonntag Abend und da sind Geldautomaten gerne leer. Ich musste vier Automaten besuchen, bevor ich einen gefunden habe, der mir Geld gibt. Allerdings nicht mit meiner Kreditkarte sondern nur mit meiner EC-Karte (4 Euro Gebühren) und auch nur 300 Peso (60 Euro). Der Automat gibt einem 100 Peso Scheine. Diese sind aber äußerst unbeliebt, da es überall an Wechselgeld fehlt. Im Supermarkt wurde ich bei 64 zu zahlenden Peso gefragt, ob ich es nicht kleiner hätte. Die kleinen Scheine, die man dann als Wechselgeld bekommt haben häufig eine gewisse Ähnlichkeit mit einem gebrauchten Taschentuch.

Das Geldproblem ist aber im Alltag auch schon das größte Problem in Argentinien. Trotz meiner nicht vorhanden Spanischkenntnisse konnte ich in Argentinien super reisen. Die Menschen sind einfach unglaublich hilfsbereit, nehmen sich sofort Zeit, wenn sie merken, dass man Hilfe braucht. Keiner schickt einen weg, sondern es werden andere Leute dazu geholt, falls jemand nicht selber weiter helfen kann.

breiteste Straße der Welt
breiteste Straße der Welt
alter Friedhof in Buenos Aires
alter Friedhof in Buenos Aires

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El Calafate

Nach dem kleinen Abenteuer im Tores del Paine Nationalpark bin ich von Punta Natales weiter nach El Calafate in Argentinien gefahren. Die Busfahrt dauerte mit unkomplizierten Grenzübertritt gerade mal sechs Stunden. Unkompliziert ist hier aber nicht vergleichbar mit einem Grenzübertritt innerhalb der EU. Wobei das ganze Prozedere nicht mal eine Stunde gedauert hat und schon hatte ich meinen Einreisestempel mit 90 Tagen Visum.

Das ist umgekehrt übrigens häufig nicht so einfach. Viele Bürger aus Ländern Südamerikas müssen für Deutschland vor der Einreise ein Visum beantragen. Als Deutscher bekommt man in Südamerika einfach ein Visa on Arrival, also Stempel bei der Einreise ohne weitere Formalitäten.

In El Calafate hatte ich nur zwei volle Tage eingeplant. Das war auch gut so. Das Städtchen ist nur für Touristen gebaut und es gibt außer tausenden Souvenirläden und überteuerten Freßbuden nichts zu sehen.

Blick von der Terasse meines Hostels
Blick von der Terasse meines Hostels

Dafür bietet das Umland von El Calafate umso mehr. Hier muss ich mal kurz erwähnen, dass die Entfernungen in Südamerika immer wieder erstaunlich sind. Eins meiner beiden Ziele aus El Calafate war El Chalten, ein kleiner Ort weiter im Norden. Entfernung: 250 Kilometer, dazwischen außer ein paar Einsiedlern: Nichts. Wenn man also was macht in der Ecke, und sind es nur Tagesausflüge, fährt man Bus und zwar lange.

An meinem ersten Tag in El Calafate bin ich zum Perito Moreno gefahren, mit nur 100 Kilometern Anfahrt gleich um die Ecke.

Der Gletscher gehört zum Patagonischen Eisfeld und ist ca. 30 km lang und 5 km breit. Das besondere ist, dass der Gletscher regelmäßig täglich kalbt. Auch ich hatte das Glück, ein paar abbrechende Eistücke beobachten zu können.

Ansonsten ist das Ding einfach nur faszinierend.DSC00389

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Am zweiten Tag bin ich mit dem Bus nach El Chalten gefahren, einem kleinen Ort der seine Existenz vor allem der Nähe zu den beiden Bergen Fitz Roy und Cerro Torre zu verdanken hat. Die beiden Berge sind zwei steil in den Himmel ragende Granitsäulen und gehören zu den am schwersten zu besteigenden Bergen überhaupt. Auf Fotos haben mich diese Berge schon immer fasziniert, also war klar das ich hier hin musste. Dann hatte ich auch noch verdammt viel Glück mit dem Wetter. Überlicherweise sind die beiden Gipfel wolkenverhangen und vielleicht am Tag für 15 Minuten zu sehen. Ich hatte sechs Stunden Sonnenschein und somit freien Blick auf Beide Gipfel.

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links Fitz Roy, rechts Cerro Torre
links Fitz Roy, rechts Cerro Torre

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Nach den beiden Ausflügen in die Natur hatte ich aber fürs erste genug von Gletschern und Bergen und bin am nächsten Tag nach Buenos Aires geflogen.

Chile

Die ersten zwei Wochen in Chile sind heute vorbei. Angekommen bin ich gut. Nach etwas Verzögerungen in Madrid war ich dann Samstag morgen um zwei endlich in Santiago. Santiago selber ist keine sonderlich spannende Stadt. Es gab nur ein paar ältere Gebäude in der Innenstadt zu sehen und diesen Ausblick von einem Hügel.

Santiago
Santiago

Von Santiago ging es dann nach Puerto Varas, eine touristisch geprägte Stadt mit entsprechender Infrastruktur. Hier habe ich eine Canyoningtour gemacht (leider keine Fotos). Sowas macht man natürlich, um sich wieder wie ein kleiner Junge fühlen zu dürfen. Aus sechs, sieben Metern ins Wasser springen und Wasserfälle runter zu rutschen macht halt einfach Spaß. Am spannensten war das Abseilen aus 40 Metern Höhe in einem Wasserfall. Die ersten Meter frei in der Luft war ich eher etwas angespannt, dann hat es aber angefangen Spaß zu machen.

Die nächsten drei Tage waren unspektakulär, sind für die Anreise nach Patagonien und die Vorbereitungen für die Trekkingtour im Torres del Paine Nationalpark draufgegangen.

Wir waren für fünf Tage im Nationalpark unterwegs. Die klassische Route nennt sich das „W“. Die ist allerdings recht voll mit Trekkern. Aufgrund eines Waldbrandes im Dezember sind außerdem einige Campingplätze nicht geöffnet, so dass sich alle auf den übrigen Plätzen drängen. Wir haben uns daher entschieden, nicht das „W“ zu laufen, sondern den Circle, eine nicht so überlaufende Strecke.

Die Tour war großartig. In Patagonien kann man alle möglichen Wetterphänomene in kürzester Zeit erleben. Wir hatten an einem Tag Schnee beim Aufstieg auf einen Paß und vier Stunden später lagen wir im T-Shirt bei 20 Grad und Sonne im Grass. An einigen Stellen gibt es dazu heftigsten Wind, der einen fast umgeschmissen hat. Ich musste mich darauf konzentrieren, stehen zu bleiben und nicht umgeweht zu werden.

So eine Tour ist sprichwörtlich „back to the basic“. Morgens steht man früh auf, meist gegen sieben, kocht sich Wasser für den Kaffee und frühstückt. Gegen neun geht es dann für sechs bis acht Stunden auf Tour. Zwischendurch eine längere Pause um sich ein paar Nudeln auf dem Kocher zu kochen. Abends dann Essen, je nach Verfügbarkeit dazu ein, zwei Bier, ein wenig lesen und dann pennt man auch gegen zehn.

Ist aber großartig. Kein Ablenkung durch Internet und was auch immer. Und es reicht auch völlig aus, zumindest wenn man sich eine tolle Landschaft anschauen kann.

Hier eine kleine Fotoauswahl. Die Fotos lassen sich noch einzeln vergrößert anzeigen.

Packen

So eine Weltreise verlangt einiges an Vorbereitung, die in den meisten Fällen aber auch Spaß macht. Ich habe hunderte Stunden damit verbracht, Flugrouten zu recherchieren, Blogs zu lesen, Ausrüstungsgegenstände zu vergleichen, Impfungen machen zu lassen. Dazu habe ich mir dann tausende Stunden ausgemalt, was ich sehen und erleben werde. Das hat wirklich Spaß gemacht. Einziger Haken an der Sache ist, dass die Reise mit jedem Gedanken und jedem Gepäckstück realer und damit die Ungeduld beim Warten auf Tag X immer größer wird.

Recht speziell ist das Gepäck. Hier habe ich mir den Kopf zerbrochen, um mit möglichst wenig loszufahren. Also Gewicht und Volumen zu sparen. Viele gute Gedanken sind im Ergebnis also weniger Gepäck.

Das kommt mit:

Klamotten und Alles was mit muss
Klamotten und Alles was mit muss

Meine Kollegen denken vermutlich gerade an meinen Schreibtisch, der immer ähnlich aufgeräumt und strukturiert aussieht. Die Kühltasche und das Zelt links neben dem Sofa bleiben übrigens hier.

Das ganze ordentlich! verpackt sieht dann so aus:

Rucksack gepackt
Rucksack gepackt

Zusammen sind das gerade einmal 17 Kilo. 13 davon wiegt der große Rucksack. Das finde ich schon super, hatte mit mehr gerechnet. Alleine der Rucksack selber und die Wanderstiefel wiegen zusammen gut vier Kilo.

Vorbereitungen

Mein erster Blogeintrag. Und wie soll es anders sein, geht es hier um die Vorbereitungen und im speziellen ums Gepäck für meine geplante Weltreise.

Das wichtigste ist klar der Rucksack, immerhin Kleiderschrank für die nächsten Monate. Also habe ich mir zuerst überlegt, was so mit muss, um mich dann für einen geeigneten Rucksack zu entscheiden.

Die beiden wichtigsten Dinge:

bong

und

astra kiste

Passt beides in einen 50 Liter Rucksack, dann allerdings nichs Anderes. Gut, oder auch nicht gut.  Bong und Bier sind schon wichtig, aber so ganz ohne Klamotten ist auch scheisse.

Habe dann nochmal nachgedacht und mir ist eingefallen, dass das mit der Bong vielleicht Pobleme mit überkorrekten Zöllnern geben könnte. Bong bleibt also hier.

Gerüchteweise habe ich dann noch gehört, dass es in anderen Ländern
auch Bier gibt. Sicher nicht so lecker, für so eine Reise nimmt man aber gerne ein paar Kompromisse in Kauf.

Jetzt mal ernsthaft. Ich  habe mir in den letzten sechs Monten verdammt viel Gedanken um meine Ausrüstung gemacht. Jetzt, ein paar Tage vor der Abreise, habe ich das Gefühl, dass das alles nicht so wichtig ist. Klar braucht man einen guten Rucksack, gute Schuhe und auch ansonsten eine halbwegs durchdachte Ausrüstung. Aber ob es jetzt Funktionsshirts werden oder Baumwollshirts, eine oder zwei Fleecejacken, Jeans oder keine Jeans usw, es wird schon passen.  Sicher ist, dass irgendein Teil falsch oder über ist und mir dafür was anderes fehlt. Dank Kreditkarte wird das aber auch in Südamerika oder Asien lösbar sein.